Adam Dircksz und Werkstatt

Miniatursarg
Niederlande, um 1520
Buchsbaum, 6,5 x 2,4 cm
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Wunderwerke aus Holz

in Delft

Brandgefahr

Die kleinen Wunderwerke von Adam Dircksz entstanden wohl zwischen 1500 – 1530 in seiner Werkstatt in Delft, zu dieser Zeit eine der bedeutenden Städte der Grafschaft Holland. Die zweitgrößte Stadt der Niederlande wurde im Jahr 1536 durch eine Feuersbrunst schwer getroffen. Stadtbrände verstand man zu dieser Zeit oft noch als Strafmaßnahme Gottes über die sündigen Menschen. Nicht zuletzt die Hilfezuwendungen durch andere Städte und Ämter verhalf zu einem schnellen Wiederaufbau.

Mikrokoschnitzerei

Mahnende Vergänglichkeit

Glaube und Trost

Seit der Antike gab es Künstler, die Figuren oder ganze Szenen miniaturhaft verkleinert zu schnitzen vermochten. Zur Zeit der Gotik fertigten die sogenannten Mikroschnitzer sakrale Miniaturen in Buchsbaum und Elfenbein an. Der Vorteil der kleinen Kunstwerke war, dass man diese stets mit sich führen konnte und sich dadurch Schutz und Beistand gegen böse Mächte bzw. Krankheiten erhoffte. Unser Särglein erinnerte seinen Träger an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern stärkte ihn so in seinem Glauben.

Herzogtum Burgund

Haus Habsburg

Religiöses Accessoire

Zu Lebzeiten von Adam Dircksz gehörten die heutigen Niederlande, Belgien, Luxemburg und ein Teil Nordfrankreichs zu den „Burgundischen Niederlanden“. Durch die Hochzeit von Maria von Burgund mit Maximilian von Österreich war das Herzogtum Burgund zum habsburgischen Hausbesitz gelangt, Brüssel blieb aber weiterhin Hauptstadt. Sicherlich kamen viele der Käufer von Dircksz´ „kleinen Wundern“ aus dem burgundischen bzw. habsburgischen Adel oder aus dem reichen Bürgertum der großen Handelsstädte.