Alabasterrelief mit der Geburt Christi

Alabaster, 40,5 x 26 x 3 cm
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Marias Schleier...

oder ihre goldene Haare?

Birgittas Sicht

Die Darstellung der Geburt Christi entspricht der zu dieser Zeit theologisch aktuellen Bildtradition: In einer Vision, die die Hl. Birgitta während ihrer Reise ins Heilige Land im Jahr 1372 erlebte, zog Maria ihre Schuhe aus, legte den Mantel neben sich und nahm den Schleier vom Kopf, so dass ihr goldenes Haar auf die Schultern fiel. Nach der Geburt kniete sie vor dem neugeborenen Kind, das nackt auf dem Boden lag; von ihm gingen Strahlen aus, „heller als die Sonne“. Das göttliche Kind ruhte also nicht mehr gewickelt im Wochenbett und auch nicht in einer Krippe mit Stroh.

Eine Wunderfaser

märchenhaft , aber wahr:

Byssus, die Muschelseide

Auch wenn er hier nicht dargestellt wird; der Schleier Mariens, das „Maphorion“, galt lange als eine der wichtigsten Reliquien der Christenheit. Er wurde bis zur Plünderung Konstantinopels im Jahr 1204 in der Kirche Sankt Maria von Blachernae aufbewahrt. Heute befindet sich der Schleier in der Basilika von Assisi. Er ist aus einem märchenhaften Stoff gefertigt, aus Byssus, einer Muschelseide. Byssus wird aus den Fasern der im Mittelmeer lebenden „Edlen Steckmuschel“ gewonnen. Heute ist das Wissen um Byssus nahezu verloren. Es gibt weltweit nur noch eine Muschelseidenweberin auf der Welt, Chiara Vigo. Sie lebt auf Sardinien.

Süße Mandorla

Göttliche Glorie

Die Herrlichkeit des Herrn

Das kleine Christuskind liegt nackt in einer Mandorla auf einer Art Altar. Was versteht man darunter? Eine Mandorla, italienisch für Mandel, ist eine Glorie, die eine ganze Figur umstrahlt. Sie ist sichtbarer Ausdruck der Heilskraft eines göttlichen Wesens. Hier umgibt sie Gottes Sohn, der in seiner rechten Hand eine Kugel hält, Symbol der göttlichen Herrschaft über die Welt. Häufiger in der Kunstgeschichte zu sehen ist jedoch der erwachsene Christus in der Mandorla. Wir sehen dann die Majestas Domini, die „Herrlichkeit des Herrn“.