Büste Mariens

Norditalien (Mantua?), um 1500
Terracotta mit Resten der originalen Farbfassung unter späteren Übermalungen, Höhe 43,5 cm
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Der Bildtypus der Verkündigungs- Maria

Einer jungen Frau wird Großes verheißen

Der Evangelist Lukas berichtet, wie ein Engel Maria die Geburt ihres Sohnes ankündigt: „Sei gegrüßt, Begnadigte! Der Herr [ist] mit dir… Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm seinen Namen Jesus nennen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“ Maria mag sich bei dieser Verheißung gefürchtet haben vor dem, was sie erwartet und oft sieht man auf Gemälden oder Skulpturen, die diese Szene darstellen, dass die schöne, junge Maria diese Nachricht überrascht und auch ein wenig furchtsam aufnimmt, was man gut verstehen kann. Unsere Marienbüste war wohl einst eine Verkündigungsmadonna.

Um 1500

Isabella d´Este

Herrin des Musenhofes von Mantua

Wir ordnen die Marienbüste zeitlich um 1500 ein und glauben, dass sie in Mantua geschaffen wurde. Dort lebt zu dieser Zeit Isabella d´Este (1474-1539) die als Gattin von Gianfrancesco II. Gonzaga einen bedeutenden Musenhof unterhält. Die wichtigsten Künstler ihrer Zeit, vor allem Andrea Mantegna, schmücken die Residenz des Herrscherpaares mit ihren Arbeiten. Auch politisch ist die Markgräfin, die, gebildet, klug und schön dem weiblichen Idealtypus der Renaissance entspricht, äußerst begabt und von großem Einfluss.