David Heschler, zugeschr.

Memmingen 1611 (getauft) – 1667 Ulm
Kruzifix
Buchsbaum, 29,8 x 22,4 cm
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Memmingen 1611

Die Pest

Schrecken der Seuche

Im Geburtsjahr des Künstlers wurde Memmingen zum wiederholten Mal von der Pest heimgesucht. Es handelte sich wohl um eine der heftigeren Epidemien in der Geschichte der Stadt, dem „großen Sterbend“. Jacob Friedrich Unold berichtet in seiner Chronik “wiederum raffte die Pest einige hundert Menschen dahin…Da schwiegen Spiel und Saiten und es wurde in Gottes Namen das Brechen- und das Krankenhaus, das Todtenhaus und das Gesundhaus eröffnet…Man wollte die Memminger nirgends hinein lassen, und wenn sie nach Mindelheim und Landsberg kamen, Salz einzukaufen, wusch man ihr Geld.“

Werkstoff Buchsbaum

In Bildhauerei...

...und Gartenkunst

Bereits der altrömische Schriftsteller Plinius berichtete über Dosen und Kästchen aus Buchsbaum. So wird das harte Buchsbaumholz bis heute in der Drechslerei verwendet. Auch in der Bildhauerei schätzte man diese Eigenschaft. In der Gartenkunst ist die immergrüne Pflanze als dunkelgrüne, dichte Hecke oder Beeteinfassung, die man in beliebige Formen schneiden kann, sehr beliebt. Bereits Griechen und Römer rahmten ihre Gartenbeete mit niedrigen Buchsbaumhecken ein. Im 13. Jahrhundert dokumentierte Albertus Magnus den Anbau des Buchsbaums in Deutschland.1485 schrieb Leon Battista Alberti in seinem Buch De re aedificatoria über den Buxus als Gartenpflanze.

Joachim von Sandrart d.Ä.

Ein deutsches Multitalent

Frühe Kunstgeschichte

Joachim von Sandrart d. Ä. (1606 Frankfurt am Main-1688 Nürnberg) war ein deutscher Maler, Kupferstecher, Kunsthistoriker und Übersetzer. Sein kunsttheoretisches und kunsthistorisches Hauptwerk, die Teutsche Academie der Edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste erschien in mehreren Teilen zwischen 1675 und 1679. Sie gilt als erste theoretische Schrift zur Kunst in deutscher Sprache. Mit Sandrarts Übersetzung von Vincenzo Cartaris ‚Le imagini colla sposizione degli dei degli antichi‘ (‚Iconologia Deorum‘ oder ‚Abbildung der Götter welche von den Alten verehret worden‘) folgte im Jahr eine weitere epochale Schrift zur Kunstgeschichte.