Giuseppe Gricci

Florenz um 1719 - 1769 Madrid
Pietà
1744, Neapel, Terrakotta, vollplastisch, Reste der alten Fassung, Entwurfsmodell für Capodimonte
Play

Terrakotta

Gebrannte Erde

Kunst aus Ton

Terrakotta bedeutet eigentlich „gebrannte Erde“ und ist die Bezeichnung für unglasierte, keramische Produkte. Im Gegensatz zu anderen Keramikarten erfordert Terrakotta nur einen einzigen Brand. In der Antike erlebte Terrakotta die erste große Blütezeit während der minoischen Kultur auf Kreta um 2000 vor Christus sowie später in Griechenland und im Italien der Renaissance, dort vor allem in der Werkstatt der della Robbia.

Das weiße Gold

Alchimie in Dresden

Porzellan in Meißen

Porzellan war ursprünglich ein Luxusgut, das nur als chinesische Importware zu beziehen war. Erst Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651-1708) und Johann Friedrich Böttger (1682-1719) gelang 1710 in Dresden die Herstellung von Hartporzellan, dem „weißen Gold“. Das Produktionsverfahren ließ sich nicht geheim halten und so entstanden im 18. Jahrhundert in Europa fast 60 Manufakturen. Diese gehörten ausschließlich den regierenden Fürsten und waren an sie gebunden: Zum einen diente der Betrieb, oft im Schloss integriert, als Einnahmequelle, zum anderen der luxuriösen Ausstattung des Hofes.

Dresden und Neapel

Porzellan in Capodimonte

Eine neue königliche Marke

Maria Amalia Christina von Sachsen (1724-1760), Enkelin August des Starken, heiratete 1738 Karl III. von Bourbon, König von Neapel und Sizilien (1716-1788). Sicherlich hängt die Gründung von Capodimonte mit dieser Heirat zusammen, bestand doch die von Maria Amalias Vater gegründete Manufaktur in Meissen seit 1710. Als Malereimeister berief man Giovanni Caselli und seinen Schwager, Giuseppe Gricci, als Modelleur. Nach der Krönung Karl III. zum König von Spanien 1759 zog die gesamte Manufaktur inklusive Arbeitern und Produktionsanlage nach Buen Retiro bei Madrid. Marke war die Bourbonen-Linie in Unterglasurblau.