Hl. Blasius

Süddeutschland, dat. an der Plinthe 1596
Obstholz mit originaler Fassung, H. 25,5 cm
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Arzt und Bischof

Sebaste in Armenien

Kaiser Licinius

Blasius lebte in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts. Er arbeitete als Arzt und wurde Bischof von Sebaste, damals Hauptstadt der römischen Provinz Armenien (heute Sivas, Türkei). Der Überlieferung zufolge erlitt Blasius unter Kaiser Licinius das Martyrium, wahrscheinlicher ist aber das Martyrium zur Zeit von Kaiser Diokletian. Der Heilige wird angerufen bei Halsleiden. Das Segenswort lautet im Benediktionale: Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen.

Freund der Tiere

Grausames Martyrium

Das Leiden Unschuldiger

Der Legenda Aurea nach flüchtete Blasius vor Kaiser Diokletian in eine Höhle, wo sich die Tiere des Waldes um ihn scharten, um ihn zu beschützen und zu nähren. Er wiederum heilte kranke Tiere und segnete sie. Als Sankt Blasius dem Ruf eines Fürsten in die Stadt folgte und sich weigerte, dessen Götter anzuerkennen, erlitt er ein äußerst grausames Martyrium. Mit ihm wurden auch sieben fromme Frauen und zwei kleine Kinder getötet.

Die Legenda Aurea

Jacobus de Voragine

Früher Bestseller

Die Legenda Aurea (goldene Legende) entstand um 1264. Verfasser war der Dominikaner Jacobus de Voragine. Sie umfasste ursprünglich 182 Traktate, die sich vor allem mit den Lebensgeschichten der Heiligen befasste. Jacobus, von 1292 bis zu seinem Tod 1298 Erzbischof von Genua, schuf damit das bekannteste und weitest verbreitete geistlich Volksbuch des Mittelalters. Es erfreute sich rasch großer Beliebtheit. Schon 1282 war eine Handschrift in Deutschland nachweisbar. Die erste Druckausgabe entstand um 1470. Besonders die in der Kunst (Malerei und Skulptur) verwendeten Heiligenattribute, anhand derer der Gläubige die Bildhandlung verstehen konnten, leiten sich vorrangig aus der Legenda aurea ab.