Johann Baptist Hagenauer

Ainring bei Salzburghofen (Freilassing) 1732 – 1810 Wien, zugeschrieben
Pieta
Salzburg, um 1755/60, Alabaster, 25 x 28,5 x 17,5 cm
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Zeitlos

Die Gottesmutter und ihr Sohn

Größte Liebe - tiefster Schmerz

Die Pietà, auch Vesperbild genannt, ist die Darstellung Marias als Schmerzensmutter (Mater Dolorosa), die den Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Sohnes auf ihrem Schoß hält. Diese Bildtradition hat sich im Mittelalter herausgebildet, als es zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Leiden Christi am Kreuz und des Trauerns der Mutter um den Sohn kam. Durch die emotionale Nähe sollte eine größere Identifikation des Gläubigen mit dem Heilsgeschehen entstehen. Vesperbilder sind in den meisten katholischen Kirchen zu finden. Die Szene bildet die vorletzte Station der Kreuzwegandacht. Die Bezeichnung Vesperbild beruht auf der Vorstellung, dass Maria den Leichnam ihres Sohnes am Karfreitag ungefähr zur Zeit des Abendgebets, der liturgischen Vesper, entgegennahm.

1732

Johann Baptist Hagenauer

Ein glücklicher Künstler

Johann Baptist Hagenauer gehört zu den bedeutendsten Bildhauern seiner Zeit. Er kommt 1732 in Ainring bei Freilassing, das zum Fürstbistum Salzburg gehört, zur Welt. Sein künstlerisches Talent ist groß und findet Anerkennung: Der Salzburger Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach und sein Onkel Lorenz Hagenauer ermöglichen ihm ein Studium an der Wiener Hofakademie. Schrattenbach fördert auch eine Italienreise mit Studienaufenthalten in Rom und Florenz. Nach seiner Rückkehr ist ihm Fortuna, sowohl seine künstlerische Karriere als auch sein privates Glück betreffend, wohlgesonnen: Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach erhebt ihn 1761 in die Position des erzbischöflichen Galerieinspektors, 1764 heiratet er Maria Rosa Barducci. Die schöne Italienerin, aus einer Malerfamilie stammend und selbst künstlerisch tätig, ist Hagenauers liebstes Modell und Vorbild der Marienstatue am Salzburger Domplatz sowie zahlreicher weiterer Skulpturen.

1748

Maria Theresia von Habsburg

Eine mächtige Frau

Kaiser Karl VI. ändert die Erbfolge. Auch Königstöchter dürfen fortan in Ermangelung eines männlichen Thronfolgers im Habsburger Reich regieren. Nach seinem Tod tritt die älteste Tochter Maria Theresia die Nachfolge an. Allerdings wehren sich die Häuser Wittelsbach, Sachsen, Preußen und Frankreich gegen die Neuerung. Nach acht Jahren endet der Österreichische Erbfolgekrieg im Jahre 1748 jedoch mit einem Sieg für Maria Theresia, einer großen Bewunderin von Johann Baptist Hagenauers bildhauerischem Können, wovon auch das oben genannte Zitat ihrer Kaiserlichen Hoheit zeugt.