Leonhard Kern

Forchtenberg 1588 - 1662 Schwäbisch-Hall
Hercules and Hippolyta
1615/20, Alabaster, Height 82 cm
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1613

Eine schöne Braut

Hochzeit in Heidelberg

Möglicherweise hat auch das Herkules-Thema einen bewussten Bezug zum Heidelberger Kurfürsten: Die Vermählung zwischen Friedrich V. und Elisabeth Stuart wird als „Protestantische Allianz“ mit einem großen Fest und Triumphzug des Herrscherpaares gefeiert. Bemerkenswerterweise führen die pfälzischen Kurfürsten ihre Abstammung auf König Almann, den „Teutsch Hercules“ zurück. Der sogenannte „Hercules Palatinus“ wurde unter Ottheinrich (1502–1559) und Friedrich IV. (1574-1610) Bestandteil der Herrscherikonographie des Heidelberger Schlossbaus.

1616

Der pfälzische Herkules

Versteckte Botschaften in Palastgärten

Friedrich V. nahm den antiken Herkulesmythos dann in die Architektursprache des „Hortus Palatinus“ auf. Dieser Schlossgarten geht auf Planungen des französischen Hugenotten Salomon de Caus zurück und gehört zu den bedeutendsten höfischen Parkanlagen des 17. Jahrhunderts. Zehn Reliefs mit den ‚Bewährungsproben’ des Herkules sollten die Große Galerie über einer säulengeschmückten Attika schmücken. Ob der Entwurf, uns nur durch einen Kupferstich bekannt, noch zur Ausführung gekommen ist, muss offen bleiben

1609

Leonhard Kern auf Reisen

Per Schiff nach Mauretanien

Leonhard Kern gehört zu den wenigen Bildhauern seiner Zeit, der „Wanderjahre“ in Italien verbringt. Im Frühjahr 1609 reist er nach Rom und später nach Neapel. Es zeugt von Kerns Abenteuerlust, dass er sich dort auf einer florentinischen Galeere einschifft. Auf ihr gelangt er bis ins westafrikanische Mauretanien, zur damaligen Zeit ein höchst ungewöhnliches Reiseziel.