Löwenaquamanile

Norddeutschland, 1. Hälfte des 14. Jhs.
Kupferlegierung, 28,5 x 33,5 cm
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Kostbares Wasser

Rein und köstlich

Quelle des Lebens

Der bronzene Wasserbehälter in Form eines Löwen zeigt uns heute, wie kostbar einst Wasser in der alltäglichen Verwendung gewesen ist. Eine stets verfügbare Quelle in Form einer Wasserleitung gab es nicht. Fand man Wasser, war es lebensnotwendig, zu prüfen, ob es rein und damit trinkbar war. Aus den vertrauenswürdigen Brunnen und Quellen musste man das Wasser oft lange Wegstrecken bis zu seinem Verwendungsort tragen. Beim Betrachten des schönen Aquamaniles kann man sich mit diesen Gedanken auf eine Zeitreise ins ferne Mittelalter bewegen.

Metall-Kunstwerk

Der Hohlguss

Technik aus dem Orient

Die Voraussetzung für die Herstellung von Aquamanilen war die Beherrschung des Hohlgussverfahrens. Diese Technik beherrschte im Westen jedoch niemand mehr. So war es ein Glück, dass ein kundiger Mönchspriester namens Rogerus von Helmarshausen unter dem Synonym Theophilus Presbyter in der Schedula diversarum artium um 1100 dieses Herstellungsverfahrens detailliert beschrieb. Theophilus beruft sich hier auf die Kenntnisse und Fähigkeiten des Orients.

 

Ein herrlicher Adler

Von Bagdad...

...nach St. Petersburg

Die 762 gegründete Kalifenmetropole Bagdad war mit der Hafenstadt Basra im 8. Jahrhundert Zentrum des aufblühenden Metallhandwerks. Aus dieser Zeit ist ein 38 cm hohes, wunderschönes Gefäß in Form eines Adlers erhalten, das heute zur Sammlung der Eremitage in St. Petersburg gehört. Herausragend ist das Kunstwerk auch, weil es eine Inschrift trägt, die auf das Jahr 180 H (796-797) und den Namen des Künstlers (Sulaiman) verweist. Der Herstellungsort konnte bislang nicht entziffert werden, so dass er vorerst ein Geheimnis bleibt.