Meister I.C., wohl Jean de Court.

Kanne "Bacchanal"
Limoges 1530-1584
Limoges, c. 1580, Emaille, H. 26 cm auf Kupfer, Grisaillemalerei
Play

Lust am Rausch

Griechischer Import...

...ins antike Rom

Die Dionysien bzw. Bacchanalien waren ein rauschhafter Fruchtbarkeitskult, oft unterstützt durch Alkohol oder halluzinogene Pilze. Die Tradition des Frühlingsfestes führte, obwohl sozusagen aus Griechenland importiert, auch Elemente der römischen Religion bzw. der etruskischen Kultur neu zusammen. Sicher bereitete vielen Römern dieser Tage lange, jährliche Ausnamezustand, der an die Karnevalkultur unserer Tage erinnert, große Freude. Dies erklärt auch, warum dieses griechische „Importfest“ so beliebt war.

Geschenke der Natur

nicht immmer jugendfrei

und gefährlich

Pflanzen und Pilze, deren Genuß einen rauschhaften Zustand hervorrufen, spielten eine wichtige Rolle für die religiöse Entwicklung in vielen Gesellschaften weltweit. Die ersten Hinweise auf den Gebrauch von psychoaktiven Pilzen geben Felszeichnungen in der Tassiliebene im heutigen Algerien, die pilzförmige Gottheiten zeigen (um 5000 v. Chr.). Germanische Völker nutzten z.B. den Fliegenpilz zur Kontaktaufnahme mit Ahnen und Geistern. Wobei die richtige Dosierung sicherlich eine existentielle Rolle spielte.

Kostbare Erden

durch den Menschen

in Form gebracht

Emaille bezeichnet eine Masse, meist aus Silikaten (Glasmasse) und Oxiden (Farbpulver) bestehend, die auf ein Trägermaterial aufgebracht und unter großer Hitze bei kurzer Brenndauer geschmolzen wird. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten Handwerker verschiedene Techniken und erzeugten Arbeiten von hoher künstlerischer Qualität. Für die Renaissance ist das sogenannte Maleremail, das „Email Peint“ typisch. Ein meisterliches Beispiel für dieses Verfahren ist unser Zierkrug.