Reliquiar

Italien, Florenz, Mitte 17. Jh.
Silber, teilw. feuervergoldet, Ebenholz, Jaspis, 50 x 23 x 23 cm
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Simon Petrus

Der Fels der Kirche

Martyrium in Rom

Der Jünger Simon Petrus (Fels) stammte aus Bethsaida am See Genezareth. Über das Wirken des Petrus nach Tod und Auferstehung Jesu ist wenig bekannt. Fast alle Nachrichten von seinem Leben in dieser Zeit stammen aus der Apostelgeschichte. So sorgte er dafür, dass sich die Jünger Jesu bald wieder in Jerusalem versammelten und die Botschaft von der Auferstehung verkündeten. Anschließend missionierte Petrus in Antiochia und Kleinasien vor allem Nichtjuden. Seine letzte Missionsreise führte ihn nach Rom. Dort soll er der Überlieferung nach mit Paulus zusammengetroffen sein. Wie Paulus starb auch Petrus zwischen 64 und 67 nach Christus den Märtyrertod. Sein Leichnam wurde angeblich dort beigesetzt, wo heute der Petersdom steht. Archäologische Untersuchungen stützen diese These.

Ruhm der Fürsten

vermehrt durch Kunst

Die Hofwerkstätten

Großherzog Cosimo I.(1519-1574) erweiterte die Kunstsammlungen der Medici. Er beauftragte die großen Künstler der Zeit, förderte das Kunsthandwerk und vergrößerte den Ruhm der Stadt. Ferdinand I. de’ Medici (1549-1609) brachte die großherzoglichen Hofwerkstätten 1588 im „Palazzo degli Uffizi“  unter: Auf Kristall, Kameen oder Schmucksteine spezialisierte Graveure, Gold- und Silberschmiede schufen dort mit großer Könnerschaft und künstlerischem Einfallsreichtum kostbare Gegenstände auf höchstem künstlerischen Niveau. Zahlreiche Kunstwerke wurden als Präsente an die Fürstenhöfe Europas verschickt, mit denen die Medici ein dichtes Netz von Beziehungen unterhielten.

St. Peter in Rom

Hier ruht Petrus

Berninis Ziborium

Als „Ziborium“ bezeichnet man einen auf Säulen ruhenden Aufbau über einem Altar. In der frühchristlichen Basilika sollte das Ziborium den frei stehenden Altar über dem Märtyrergrab auszeichnen und schützen. Es setzt einen wichtigen Akzent innerhalb der Kirchenarchitektur. Gian Lorenzo Bernini entwarf für den Hochaltar der Peterskirche in Rom sicher das bekannteste und vorbildhafte Ziborium. Sein wichtigster Förderer, Papst Urban VIII., betraute den jungen Künstler mit diesem Projekt. Bernini fertigte die Baldachin-Architektur mit der Hilfe Borrominis aus der Bronzeverkleidung des Gebälks der Vorhalle des Pantheon an.