Simone di Niccolò Bianco, zugeschr.

Venedig, um 1520/30, 30 x 32,5 x 8,5 cm
Idealisierter Frauenkopf im Profil
Venedig, um 1520/30, Marmor, 30 x 32,5 x 8,5 cm
Play

Loro Ciuffenna

Malerischer Geburtsort

Straße ins Leben

Als Geburtsort von Simone di Niccolo Bianco gilt Loro Ciuffenna, ein malerischer Ort am Fuße des Pratomagno. Bereits 1462, vor Simones Geburt, erhielt Loro Ciuiffena Stadtrechte und erlangte unter der Herrschaft der Medici an wirtschaftlicher Bedeutung.
In Loro Ciuffenna beginnt auch die Via dei Sette Ponti, die „Straße der sieben Brücken“, die bis ins 30 km entfernte Arezzo führt. Die erste der Brücken schwingt sich seit dem Mittelalter im Ortszentrum bogenförmig über den Fluß Ciuffenna. Dort wurde bereits im 11. Jahrhundert eine Mühle errichtet. Vielleicht ist Simone di Bianco auf der Straße der sieben Brücken nach Venedig gereist? Bis in die Lagunenstadt sind es rund 300 km, für die damalige Zeit eine lange Strecke.

Ein großer Doge

Venedigs Macht

Überschrittener Zenit

Simone di Bianco, dessen Geburtsjahr nicht überliefert ist, wurde zum ersten Mal im Jahr 1521 in Venedig urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war Leonardo Loredan Doge von Venedig. In seine Regierungszeit fielen die kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Liga von Cambrai, ein gegen Venedig gerichtetes Bündnis zwischen König Ludwig XII., Papst Julius II., Kaiser Maximilian, Ferdinand von Aragón und einigen italienischen Kleinstaaten. Venedig hatte den Krieg unter Loredan schließlich zwar nicht verloren, es war gelungen, große Teile des Landbesitzes zu halten, die Macht Venedigs jedoch gebrochen. Mit dem Tod des Dogen hatte Venedigs seinen politischen Zenit überschritten.

Kunstvolle Haarmoden

Edelsteine und Zitronen

Bescheidene Männer

Die phantasievolle Frisur der schönen Unbekannten steht für die antikisch beeinflusste Haarmode der italienischen Renaissance. Edelsteine, Bänder oder Perlen verzierten die kunstvollen Flechten und feinen Locken. Helle Haartöne waren sehr in Mode und wurden, wenn nicht natürlich vorhanden, durch Bleichen in der Sonne oder Kuren mit Zitronensaft erzeugt. Die Männerfrisuren waren wesentlich schlichter als die der Frauen und unterschieden sich innerhalb der verschiedenen Gesellschaftsklassen nicht.