Trabendes Pferd

Italien (Florenz oder Mailand), um 1500
Bronze, direkter Guss, Unikat, Höhe 27,8 cm
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Um 1900

Ein Pferd trabt durch die Welt

Von Ungarn nach Venedig

Das schöne, trabende Bronzepferd befand sich einst in der Sammlung von Marczell Nemes, einem ungarischen Finanzmagnaten und großen, international geachteten Kunstsammler (Jánoshalma, Kaisertum Österreich 1866 – 1930 Budapest). Nach den politischen Unruhen um 1900 verläßt Nemes Budapest und lässt sich u.a. im Schloss von Tutzing am Starnberger See sowie in Venedig nieder, wo er den Palazzo Venier di Leoni kauft, den nach ihm Peggy Guggenheim bewohnt

Jederzeit

Pferd und Mensch

Eine enge Freundschaft

Seit Jahrtausenden verbinden Mensch und Pferd eine enge Beziehung. Überhöht als Fabeltier, in der symbiotischen Beziehung von Krieger und Pferd oder als unverzichtbarer Helfer bei der Feldarbeit. Auf einem Fresko aus Herculaneum ist das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd einmal umgekehrt: Hier unterrichtet der Centaur Chiron den jungen Achilleus.

Um 1500

Phantastische Welten

Der Garten der Lüste

Während unser Bronzepferd von antiken Vorbildern inspiriert durch die Welt trabt, entsteht zur gleichen Zeit das bis heute rätselhaft gebliebene Dreitafelbild „Der Garten der Lüste“ des niederländischen Malers Hieronymus Bosch (1450-1516). Statt antikischer Klarheit herrscht hier Chaos, wie im rechten Innenflügel zu sehen.

Jederzeit

Kunst und Werkstoff

Bronze

Der Bronzeguss hat eine lange Tradition, die bis ins vierte vorchristliche Jahrtausend zurückreicht. Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Verfahren herausgebildet, um eine Form zu gießen, das Gießen in Dauerformen und das Gießen in verlorene Formen, das sogenannte „cire perdu“. Letzteres ist die hohe Kunst des Gießens, da bei einem Fehler im Gussprozess mit dem gesamten Produktionsvorgang von Anfang an begonnen werden muss. Veranschaulicht in: Sculpture Fontes des Statues Equestres, planche V, aus: Diderot et d´Alembert, Encyclopédie ou Dictionnaire Raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers.