CHRISTOPH DANIEL SCHENCK, ZUGESCHR.

KONSTANZ 1633 – 1691

 

JOSEPH MIT CHRISTUSKIND; LINDENHOLZ, 15,5 x 14 x 5 cm, UM 1685

Gerade in dem vorliegenden Werk versteht es Schenck auf eindrückliche Art und Weise, den Betrachter zu rühren und die innige Beziehung zwischen Vater und Sohn sichtbar zu machen. Das Thema und die sehr emotionale Umsetzung passen zur leidenschaftlichen Frömmigkeit in Konstanz und Umgebung in der zweiten Jahrhunderthälfte. Sie sind motivisch gut vergleichbar mit einem Relief in den Kunstsammlungen des Klosters Einsiedeln, das den Hl. Antonius mit dem Jesuskind zeigt.

Nachdem Christoph Daniel Schenck lange Zeit kaum gewürdigt wurde, gilt er heute als bedeutender Bildhauer der Bodenseeregion in der Generation nach den Künstlern der Familie Zürn und vor Joseph Anton Feuchtmayer. Ab 1675 ist er in Konstanz nachweisbar, wo er eine Werkstatt führte. Zu seinen Auftraggebern zählten der Fürstbischof von Konstanz und der Fürstabt von Einsiedeln, dessen Kloster damals zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Europas zählte. Schenck fertigte zahlreiche Altarfiguren, Kleinskulpturen und auch Kunstkammerobjekte aus Elfenbein und Buchsbaum.