Christoph Daniel Schenck, attributed to

Constance, 1633–1691

Joseph with Christ Child

Lindenwood

Height: 15.5 cm
Width: 14 cm
Depth: 5 cm


In this work in particular, Schenck shows in an impressive way his skill at moving the viewer and rendering the intimate relationship between father and son visible. The subject and its very emotional execution are in keeping with the ardent piety in Constance and the surrounding area in the second half of the 17th century. The motif can be well compared to a relief in the art collection at Einsiedeln Abbey that depicts Saint Anthony with the Christ Child.

Although Christoph Daniel Schenck barely received any recognition for a long time he is now considered a major sculptor of his generation from the Lake Constance region, after members of the Zürn family of artists and before Joseph Anton Feuchtmayer. Evidence exists that he was in Constance where he had a workshop from 1675 onwards. His clients included the Prince-Bishop of Constance and the Prince-Abbot of Einsiedeln whose abbey was among the most important places of pilgrimage in Europe at that time. Schenck created numerous altar figures, small sculptures and objets d’art in ivory and boxwood.

1633

DIE WELT IM CHAOS, GEBURT IN KONSTANZ

1633, mitten im Dreißigjährigen Krieg, erblickt Christoph Daniel Schenck in Konstanz das Licht der Welt. Im selben Jahr wird die Stadt vergeblich von den schwedischen Truppen belagert. Konstanz bleibt verschont, ein Glück für den zukünftigen Künstler.

1643

L´ETAT C´EST MOI, LUDWIG XIV. WIRD KÖNIG VON FRANKREICH

Während in der Heimat von Christoph Daniel Schenck der Dreißigjährige Krieg wütet, besteigt Ludwig XIV. mit nur vier Jahren den französischen Thron. Unter ihm baut Frankreich seine Großmachtstellung in Europa aus. Der „Sonnenkönig“ fördert Künste und Wissenschaften. Die französische Hofkultur erstrahlt über ihre Landesgrenzen hinaus und ist im Zeitalter des Barock Vorbild für alle Fürstenhöfe.

1960

PHILIPPE ARIES, ELTERN UND KIND

Der französische Soziologe Philippe Ariès vertritt in seinem 1960 erschienenen bahnbrechenden Werk „Geschichte der Kindheit“ die These, dass ein zwischen Eltern und Kindern bestehender liebevoller Umgang keineswegs angeboren, sondern Ergebnis einer „Gefühlskultur“ ist, die sich erst im 16. und 17. Jahrhundert herausgebildet hat. Ariès zieht hierzu auch Darstellungen in der bildenden Kunst heran und zeigt einen Wandel auf. Die so anrührende Darstellung von Joseph und Jesuskind passt zeitlich genau und belegt Ariès Behauptung auf innige Weise.

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