HL. SEBASTIAN

SÜDDEUTSCHLAND, (AUGSBURG ?), 2. HÄLFTE DES 17. JHS.

BUCHSBAUM, H. 28,6 CM

Der Legende nach war Sebastian Hauptmann unter Kaiser Diokletian in Rom. Aufgrund seines christlichen Glaubens und zahlreicher Wunder, die er bewirkte, ließ ihn der Kaiser festnehmen. Nur mit einem Lendentuch bedeckt wurde er an einen Baum gebunden und von den Soldaten Diokletians mit Pfeilen durchbohrt.

Der Heilige steht auf dem linken Bein, das andre ist weit zurück genommen und mit einem Seil an den Baumstumpf gebunden. Beide Arme sind über dem Kopf an den Baumstamm gefesselt. Den Oberkörper weit nach vorne durchgebogen wendet Sebastian den Kopf nach links und blickt leidend, mit zusammengezogenen Augenbrauen nach unten.

Der weich modellierte Körper spiegelt eine klassisch antik gefärbte Figurenauffassung wieder, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts besonders für Flandern typisch ist. Durch die Vermittlung von Georg Petel der u. a. in Antwerpen weilte, findet dieser Stil insbesondere in Süddeutschland weite Verbreitung. Eine Entstehung im Süddeutschen Raum in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erscheint wahrscheinlich.