Kunstwerke

Leidenschaft für Schätze der Vergangenheit

Girolamo Campagna, Werkstatt

Verona 1549 - 1625 Venedig

Diana, Göttin der Jagd

Bronze, Sockel aus Stein, H. 55,5 cm, frühes 17. Jh.

Balthasar Permoser.

Kammer bei Otting, Chiemgau 1651 - 1732 Dresden

Pilger als Memento Mori

Florenz, um 1685, Buchsbaum, H. 38 cm

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José Dias dos Santos, zugeschrieben

Aveiro, Portugal, 17. Jh.

Schlafendes Christuskind

Letztes Viertel 17. Jh., Terracotta, gefasst und vergoldet, 29 x 28 cm

Hendrick van Holt, zugeschr.

Kalkar, um 1520-30

Hl. Sebastian

Eichenholz, geschnitzt, H.115 cm

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Hl. Sebastian

Süddeutschland, Augsburg, 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts

Buchsbaum, H. 28,6 cm

Kopf Johannes des Täufers

England, Nottingham, spätes 15. Jahrhundert

Alabasterrelief, spätes 15. Jh., originale Fassung, 25,5 x 18 cm

Alonso Cano

Spanien, Granada, 17. Jahrhundert

Stehendes Christuskind

Blei, farbig gefaßt, Höhe 61,5 cm

David Heschler, zugeschr.

Memmingen 1611 - 1776 Ulm

Kruzifix

Buchsbaum, Höhe 29,8

Giuseppe Gricci

Florenz 1719 - 1771 Madrid

Pietà

Neapel, 1744, Terrakotta, Reste der alten Fassung

Kruzifix

Südfrankreich, 12. Jahrhundert

Bronze vergoldet, Höhe 16,5 cm

Paar Reliefs mit der Verkündigung an Maria

Südliche Niederlande, um 1410/20

Alabaster, originale Teilfassung- und vergoldung, H. 28 cm

Madonna und Kind

Franken oder Böhmen, zweites Viertel des 14. Jahrhunderts

Lindenholz mit alter Farbfassung und Vergoldung, Höhe 96 cm

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Büste Mariens

Norditalien (Mantua?), um 1500

Terracotta mit Resten der originalen Farbfassung unter späteren Übermalungen, Höhe 43,5 cm

Johann Baptist Hagenauer

Ainring bei Salzburghofen (Freilassing) 1732 – 1810 Wien, zugeschrieben

Pietà

Salzburg, um 1755/60, Alabaster, 25 x 28,5 x 17,5 cm

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Kleiner hispano-mauresker Teller

Spanien (Manises), spätes 15. Jahrhundert

Ton, Lüstertechnik, Durchmesser 17 cm

Madonna und Kind

Deutschland (Oberrhein), um 1500

Lindenholz, Höhe 27,2 cm

Francis van Bossuit

Brüssel 1635 – 1692 Amsterdam

Bathseba im Bade und Lot und seine Töchter

Elfenbeinreliefs, beide 16 x 19,5 cm

Christoph Daniel Schenck

Konstanz 1633 – 1691, zugeschrieben

Joseph mit Christuskind

Lindenholz, Höhe 15 cm

Severo Calzetta da Ravenna

Tätig in Norditalien um 1496–1543, Umkreis

Tintenzeug mit Atlasfigur

Padua, erste Hälfte des 16. Jahrhunderts, Bronze, Höhe 26 cm

Severo Calzetta da Ravenna

Tätig in Norditalien um 1496–1543, Umkreis

Knieender Satyr

Erstes Drittel des 16. Jahrhunderts, Bronze, Höhe 20,5 cm

Johann Christoph Ludwig Lücke

Wohl Dresden um 1705 – 1780 Danzig

Frederik V., König von Dänemark

Kopenhagen, um 1752-54, Elfenbein, Höhe 26 cm

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Die Göttin der Jagd

Diana und Artemis

Ein beliebtes Sujet

In der römischen Mythologie ist Diana Göttin der Jagd und des Mondes sowie Beschützerin der Frau. Ihr entspricht Artemis in der griechischen Mythologie, die Tochter des Zeus und der Leto, Zwillingsschwester des Apollon. Diana wird oft als junge Jägerin, mit kurzem Unterkleid, einem Köcher mit Pfeilen und Bogen sowie mit einem Hirsch dargestellt.

Künstler haben zahlreiche Sujets aus den Mythen um Diana-Artemis verarbeitet. Auch das Geschwisterpaar Apoll und Diana war sehr beliebt.

Domestiziertes Feuer

Vom Feuerbock...

zu kostbaren Kaminböcken

Der Feuerbock ist ein meist zweiteiliges Gestell an einer Brandstelle, auf das Feuerholz erhöht gelegt wird. Dies verbessert die Sauerstoffzufuhr entscheidend. Ursprünglich bestanden Feuerböcke nur aus einer Stange oder einem Block. Im späten Mittelalter und vor allem in der Renaíssance entstanden  Kaminböcke als Paar aus Bronze oder Messing, teilweise sogar feuervergoldet. Auch wurden die Gestelle mit Ornamenten und Figuren verziert und so zu kostbaren Kunstobjekten.

Girolamo Campagna

Starkünstler in Venedig

"Must haves" im 16. Jh.

Girolamo Campagna gehörte zu den bedeutenden Bildhauern Venedigs Ende des 16. Jahrhunderts. Er unterhielt in der Lagunenstatt eine große Werkstatt, die mit zahlreichen Auftragsarbeiten ausgelastet war. Der Sohn eines Schmiedes aus Verona zog 1549 nach Venedig, um bei dem Bildhauer Danese Cattaneo zu arbeiten. Campagna wurde berühmt und seine Arbeiten sehr begehrt. Ein Agent des Herzogs von Urbino berichtete, Campagna müsse mit Samthandschuhen behandelt werden, wollte man eine Arbeit in Auftrag geben.

Der Pilger – eine Definition

Ein Fremder in der Fremde

Entwurzeltes Sein

Die Bezeichnung „Pilger“, vom lateinischen Wort „peregrinus“, steht für einen Menschen, der aus religiösen Gründen seine Heimat verlässt und sich in der Fremde auf der Suche nach Gott begibt. Die Pilgerreise meint die Wallfahrt zu einem Pilgerort, oft zu einer Wallfahrtskirche. Der Anlass einer Pilgerreise kann viele Gründe haben, u.a. eine auferlegte Buße, der Wunsch nach Vergebung der Sünden oder die Erfüllung eines Gelübdes sein. Die spirituelle Erfahrung der Wallfahrt fasziniert in unserer säkularisierten Gesellschaft nicht nur Gläubige.

Berühmte Wallfahrtsorte

Die Suche nach Gott

Ein menschliches Urbedürfnis

Rom, Santiago de Compostela, Lourdes und Fàtima sind berühmte christliche Pilgerziele Jerusalem ist allen drei monotheistischen Religionen ein bedeutender Wallfahrtsort. Für die Christen wurde hier Jesus Christus gekreuzigt und zu Grabe getragen, den Juden gilt Jerusalem als die Heilige Stadt und den Muslimen als Ort der Himmelfahrt Mohammeds.

Der Schädel

Düstere Vergänglichkeit

Versus modisches Zitat

Seit Urzeiten ist der Schädel der Teil des Skeletts, der uns am meisten fasziniert. Vielleicht, weil uns der Kopf als wichtigster Teil unseres Körpers erscheint. Unter der Schädeldecke verbirgt sich das Hirn, in seinen Öffnungen liegen wichtige Sinnesorgane, wie Augen, Ohren und Nase. Hier wohnen auch die Erinnerung und die Fantasie, unser Geist. Heute steht der Schädel jedoch weniger bedrohlich für Vergänglichkeit und Tod wie bei unserem Pilger, sondern ist teilweise zu einem „coolen“ Symbol geworden.

Hoffnungsträger Kind

Der göttliche Knabe

Erobert die Herzen

Symbolhaft steht ein Kind für die menschliche Zukunft. Erst recht, wenn es sich hierbei um den kleinen Jesus handelt, lange Zeit das einzige Kleinkind, das die christliche Kunstgeschichte kennt. Der göttliche Knabe in der Krippe oder auf dem Arm der Gottesmutter Maria hat die Art der Kinderdarstellung bis ins 15. Jahrhundert hinein stark geprägt. In der Renaissance kamen antike Bildeinflüsse hinzu, das Christuskind wurde lieblicher, spielerischer, wie wir es auch an dem kleinen portugiesischen, an Amor erinnernden göttlichen Kind erkennen können.

Das Venedig Portugals

Fahren auf dem Wasser

Moliceiros-Boote

Aveiro wird wegen seiner vielen Wasserstraßen auch das “Venedig Portugals” genannt. Auf ihnen fahren die farbenfrohen “moliceiros”-Boote und verleihen der Stadt eine ganz eigene Atmosphäre. Die drei größten Kanäle heißen Canal Central der Canal de São Roque, Canal das Pirâmides und Canal dos Santos Mârtires.

Prinzessin Johanna

Ein Leben für Gott

Vorbild in Portugal

In Aveiro, der Stadt, in der der kleine schlafende Christusknabe entstand, und auch in ganz Portugal verehrt man noch heute die selige Johanna von Portugal (1452-1490). Sie war Tochter des portugiesischen Königs Alfons V. und Isabel von Portugal. Noch in der Wiege zur Thronerbin ausgerufen, verlor sie ihren Thronanspruch nach der Geburt ihres Bruders Johann II. 1475 trat sie in den Dominikanerorden in Aveiro ein, wo sie 1490 verstarb. Johanna wurde 1693 von Papst Innozenz XII. seliggesprochen.

Devotionalien

Heiligenbilder

Hilfe bei der Andacht

Figuren wie unser Hl. Sebastian dienen der religiösen Verehrung und werden als „Devotionalie“ bezeichnet. Der Begriff hat seine Wurzel im lateinischen “devotio“ und bedeutet Andacht oder Hingabe. Zu den Devotionalien rechnet man also alle jene Gegenstände, die der privaten Andacht dienen, wie z.B. auch Kruzifixe und Rosenkränze. Der Hl. Sebastian war immer schon ein sehr beliebter Heiliger, er ist der Schutzheilige gegen Pest und Seuchen.

Friedensfest

Erstmals 1650

Jedes Jahr am 8. August in Augsburg

1650 feierten die Augsburger Protestanten zum ersten Mal das Augsburger Hohe Friedensfest – in Erinnerung an den 8. August 1629. Damals wurde ihnen die Ausübung ihres Glaubens untersagt, entgegen des Vertrags, der 1555 durch Ferdinand I. und die Reichsstände auf dem Reichstag in Augsburg geschlossen worden war. Auch heute noch findet das mittlerweile interreligiöse Fest jedes Jahr am 8. August statt, geehrt durch einen Feiertag, der einzig im Augsburger Stadtgebiet gilt.

August Sturm

Eine katholische Zeitung

im protestantischen Augsburg

1686 gründete der aus Nördlingen stammende Buchdrucker August Sturm im überwiegend protestantischen Augsburg eine Wochenzeitung mit katholischer Prägung. Die „Augspurgische Ordinari-Postzeitung“ war das Gegenstück zu der nahezu titelgleichen „Wochentlich-Ordinari-Post-Zeitung von Jakob. Nach der Übernahme durch Joseph Anton Moy ab 1766 zur führenden Zeitung im süddeutsch-österreichischen Raum. Im frühen 19. Jahrhundert erlangte die Zeitung eine Auflagenquote von 12.000 Exemplaren.

Heinrich VII.

Die Tudor-Ära

Englands Blütezeit

Als „Tudor-Ära“ bezeichnet man die Jahre zwischen 1485 und 1603. Der erste Monarch des „House of Tudor“ war Heinrich VII. Er übernahm ein Land, das, von der Pest und Hungersnöten geschwächt, nur mehr zwei Millionen Einwohner zählte. Heinrichs Politik zielte auf Frieden und wirtschaftlichen Wohlstand ab. England erstarkte wirtschaftlich und außenpolitisch. Eine positive Grundstimmung in der Bevölkerung untermauerte de innenpolitische Stabilität. Um 1600  war die Bevölkerung auf vier Millionen gewachsen.

Buntes Mittelalter

Kunst des Farbauftrages

Cennino Cennini

Der Künstler des Alabasterreliefs bemalte die Szene sorgfältig, wir können Reste von goldener, roter und schwarzer Farbe erkennen. Tatsächlich war die Kunst des Farbauftrags zu dieser Zeit eine Wissenschaft für sich, die besonders in der Malerei eine große Rolle spielte. Berühmt ist das um 1400 entstandene Werk von Cennino Cennini, das „Libro dell’arte o trattato della pittura“. Das zunächst durch Abschriften verbreitete Handbuch war das einflussreichste Lehrbuch über die Malerei des Spätmittelalters.

Die göttliche Trinität

Der Heilige Geist

Eine weiße Taube

Der Heilige Geist ist im Christentum die dritte Person der göttlichen Trinität. Er wird oft als Taube, Feuer oder Wind dargestellt. Die Darstellung des unsichtbaren Heiligen Geistes war für die Künstler in den ersten Jahrhunderten nach Christus nicht einfach. Schließlich wählten sie die Taube als Sinnbild und übernahmen damit gleichzeitig die antike Bildtradition, wonach der Vogel für Sanftmut und Liebe steht: Man glaubte, die Taube habe keine Gallenblase und sei daher frei von allem Bitteren und Bösen.

Alonso Cano

Maler, Bildhauer und Architekt

Die „Escuela granadina de pintura“

Der Künstler, der als Maler, Bildhauer und Architekt tätig war, gilt als Begründer der der „Escuela granadina de pintura“, der Granadinischen Malerei. Bereits im Alter von 24 Jahren wurde Cano Oberaufseher über alle königlichen Gebäude und Hofmaler Philipp IV. in Madrid. Cano war nie in Italien gewesen, hatte sich aber trotzdem nach antiken Stilmustern gebildet, die er auf seine durchweg religiösen Gemälde übertrug.

Sakraments-Bruderschaften

Brüder im Glauben

Das "Allerheiligste" schützen

Sakramentsbruderschaften, also organisierte christliche Gemeinschaften von Männern, die sich untereinander „Brüder“ nennen, wurden ab dem Mittelalter verstärkt gegründet. Zu den ursprünglichen Aufgaben einer Sakramentsbruderschaft gehört der Schutz des „Allerheiligsten“ bei Prozessionen durch die Straßen der Stadt. Die Bruderschaften hatten aber auch eigene kirchliche Rechte, wie das Feiern von Gottesdiensten. Auch gewährten sie Pilgern, Ortsfremden, Schutzlosen oder Kranken Hilfeleistungen in eigenen Hospizen und Krankenhäusern. Die Bruderschaft des Heiligen Sakramentes in Sevilla gehörte zur Kirche El Salvador.

Semana Santa in Sevilla

Prozession vor Ostern

Auftritt für das Christuskind

Es ist denkbar, dass das kleine Christuskind während der Prozessionen in der Semana Santa, von Palmsonntag bis Karfreitag, in Sevilla seinen Auftritt hatte. Start und Endpunkt der Prozession ist immer das Viertel, in dem die Bruderschaft ihren Sitz hat. Die „entrada“, das Eintreten der Bruderschaft in die von Kerzenlicht erleuchtete Kirche nach dem Ende der Prozession ist dabei ein besonderer Höhepunkt.

Memmingen 1611

Die Pest

Schrecken der Seuche

Im Geburtsjahr des Künstlers wurde Memmingen zum wiederholten Mal von der Pest heimgesucht. Es handelte sich wohl um eine der heftigeren Epidemien in der Geschichte der Stadt, dem „großen Sterbend“. Jacob Friedrich Unold berichtet in seiner Chronik “wiederum raffte die Pest einige hundert Menschen dahin…Da schwiegen Spiel und Saiten und es wurde in Gottes Namen das Brechen- und das Krankenhaus, das Todtenhaus und das Gesundhaus eröffnet…Man wollte die Memminger nirgends hinein lassen, und wenn sie nach Mindelheim und Landsberg kamen, Salz einzukaufen, wusch man ihr Geld.“

Werkstoff Buchsbaum

In Bildhauerei...

...und Gartenkunst

Bereits der altrömische Schriftsteller Plinius berichtete über Dosen und Kästchen aus Buchsbaum. So wird das harte Buchsbaumholz bis heute in der Drechslerei verwendet. Auch in der Bildhauerei schätzte man diese Eigenschaft. In der Gartenkunst ist die immergrüne Pflanze als dunkelgrüne, dichte Hecke oder Beeteinfassung, die man in beliebige Formen schneiden kann, sehr beliebt. Bereits Griechen und Römer rahmten ihre Gartenbeete mit niedrigen Buchsbaumhecken ein. Im 13. Jahrhundert dokumentierte Albertus Magnus den Anbau des Buchsbaums in Deutschland.1485 schrieb Leon Battista Alberti in seinem Buch De re aedificatoria über den Buxus als Gartenpflanze.

Joachim von Sandrart d.Ä.

Ein deutsches Multitalent

Frühe Kunstgeschichte

Joachim von Sandrart d. Ä. (1606 Frankfurt am Main-1688 Nürnberg) war ein deutscher Maler, Kupferstecher, Kunsthistoriker und Übersetzer. Sein kunsttheoretisches und kunsthistorisches Hauptwerk, die Teutsche Academie der Edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste erschien in mehreren Teilen zwischen 1675 und 1679. Sie gilt als erste theoretische Schrift zur Kunst in deutscher Sprache. Mit Sandrarts Übersetzung von Vincenzo Cartaris ‚Le imagini colla sposizione degli dei degli antichi‘ (‚Iconologia Deorum‘ oder ‚Abbildung der Götter welche von den Alten verehret worden‘) folgte im Jahr eine weitere epochale Schrift zur Kunstgeschichte.

Terrakotta

Gebrannte Erde

Kunst aus Ton

Terrakotta bedeutet eigentlich „gebrannte Erde“ und ist die Bezeichnung für unglasierte, keramische Produkte. Im Gegensatz zu anderen Keramikarten erfordert Terrakotta nur einen einzigen Brand. In der Antike erlebte Terrakotta die erste große Blütezeit während der minoischen Kultur auf Kreta um 2000 vor Christus sowie später in Griechenland und im Italien der Renaissance, dort vor allem in der Werkstatt der della Robbia.

Das weiße Gold

Alchimie in Dresden

Porzellan in Meißen

Porzellan war ursprünglich ein Luxusgut, das nur als chinesische Importware zu beziehen war. Erst Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651-1708) und Johann Friedrich Böttger (1682-1719) gelang 1710 in Dresden die Herstellung von Hartporzellan, dem „weißen Gold“. Das Produktionsverfahren ließ sich nicht geheim halten und so entstanden im 18. Jahrhundert in Europa fast 60 Manufakturen. Diese gehörten ausschließlich den regierenden Fürsten und waren an sie gebunden: Zum einen diente der Betrieb, oft im Schloss integriert, als Einnahmequelle, zum anderen der luxuriösen Ausstattung des Hofes.

Dresden und Neapel

Porzellan in Capodimonte

Eine neue königliche Marke

Maria Amalia Christina von Sachsen (1724-1760), Enkelin August des Starken, heiratete 1738 Karl III. von Bourbon, König von Neapel und Sizilien (1716-1788). Sicherlich hängt die Gründung von Capodimonte mit dieser Heirat zusammen, bestand doch die von Maria Amalias Vater gegründete Manufaktur in Meissen seit 1710. Als Malereimeister berief man Giovanni Caselli und seinen Schwager, Giuseppe Gricci, als Modelleur. Nach der Krönung Karl III. zum König von Spanien 1759 zog die gesamte Manufaktur inklusive Arbeitern und Produktionsanlage nach Buen Retiro bei Madrid. Marke war die Bourbonen-Linie in Unterglasurblau.

Wer fand das Kreuz Christi?

Kaiserin Helena im Hl. Land

Das Geheimnis des Venustempels

Die Legende der Kreuzfindung durch Kaisern Helena ist seit Ende des 4. Jahrhunderts belegt. Demnach reiste Helena (248/50-329), Mutter des römischen Kaisers Konstantin, um 325 ins Heilige Land. Sie veranlasste dort unter einem römischen Tempel der Venus Grabungen, bei denen Reste des Kreuzes Christi sowie das Heilige Grab selbst gefunden wurden. Helena ließ das Kreuz in drei Teile teilen und übergab diese an Jerusalem, Konstantinopel und Rom. Über dem Grab und der Kreuzauffindungsstelle beauftragten Helena und ihr Sohn Kaiser Konstantin den Bau einer Basilika, die sogenannte Grabeskirche (335 geweiht). Sie gehört zu den größten Heiligtümern des Christentums.

Das Kreuz

Seine Entwicklung

Heute wichtigstes Symbol

Das ursprüngliche Symbol des frühen Christentums war nicht das Kreuz, sondern das Christusmonogramm XP. Erst im 5. Jahrhundert trat dieses zurück und das Kreuz wurde zum wichtigsten Symbol des Christentums. Das heute übliche Hochkreuz ist ab dem 4. Jahrhundert, zur Zeit der Regierung Kaiser Konstantins (zwischen 270 und 288 – 337), als Symbol nachweisbar.

Das Christusbild im Wandel

Starker König

Eine Krone statt Dornen

In der Romanik erscheint der gekreuzigte Christus erhaben als Herrscher und Richter. Statt einer Dornenkrone trägt er eine Königskrone oder aber eine Gloriole (Heiligenschein). Der Gottessohn ist Sieger über den Tod. Seine Füße stehen parallel nebeneinander und nicht gekreuzt. Das Lendentuch ist stark stilisiert und fällt in kunstvoll drapierten Falten (sog. „Viernageltypus).
Der Aspekt des Leides gewinnt in der Gotik an Bedeutung, Christus verkörpert das Leid der Welt, das Martyrium des Gottessohnes steht im Mittelpunkt und findet seinen künstlerischen Höhepunkt im Barock

1410-1420

Farbpracht des Mittelalters

Schönheit im Buch

Als die beiden kunstvollen Reliefs entstanden, schufen die Brüder Limburg das bedeutendste illuminierte Manuskript dieser Zeit, die „Très riches heures du Duc de Berry“ (1413-1416, Musée Condé, Chantilly), das Stundenbuch (Gebetbuch) des Herzogs von Berry. Es ist ein einzigartiges Denkmal der Buchmalerei. Niederländische, burgundische und italienische Stileinflüsse wirken hier zusammen. Die ganzseitigen, prachtvollen Monatsbilder halten das Leben der Bauern und des Adels fest. Heute bezaubern sie durch ihre präzise Detailschönheit und bieten einen Blick auf eine längst vergangene Epoche.

Architekturformen

Geometrie und Kunst

Was ist ein Vierpass

Der Vierpass ist ein Ornament der Romanik und Gotik, das in der Architektur, aber auch in der Glasmalerei und der Skulptur Verwendung findet. Er besteht üblicherweise aus vier Kreisbögen mit gleichen Radien, die einem Kreis eingeschrieben sind. In der Spätgotik entstehen formale Varianten. So zeigen die beiden Reliefs der Verkündigung die besondere Form eines liegenden Vierpasses mit den Spitzen eines Quadrates. Es ist denkbar, dass die Reliefs in einer Hauskapelle in der Wand eingelassen waren.

Bildinhalte lesen

Maria und der Engel

Er kommt immer von links

In der „Verkündigung“ nähert sich der Engel Maria immer von links. Das hängt mit der abendländischen Leserichtung zusammen, die auch für bildhafte Darstellungen gilt: Handelnde Personen kommen auf mittelalterlichen Bildwerken deshalb aus dieser Richtung. Von der genannten Regel wird kaum abgewichen. Auch die Meister späterer Kunstepochen folgen nahezu ausnahmslos der uralten Bildtradition, nach der sich der Engel von links auf Maria zubewegt.

1330

Elisabeth von Böhmen

In Prag steht ein Machtwechsel bevor

Seit dem späten 9. Jahrhundert herrschen in Böhmen die Premislyden. Die letzte Premislydin ist Elisabeth, die 1310 Johann von Luxemburg in Speyer heiratet. Als sie 1330 stirbt, erlischt das Geschlecht. Königin Elisabeth findet ihre letzte Ruhe in der Familiengrablege im Kloster Zbrazlav, Prag.

1347

Böhmen erblüht

Das „Rom des Nordens“

Als unsere Madonna entstanden ist, bahnte sich in Europa eine neue künstlerische Formensprache an, der sogenannte „Weiche Stil“, auch internationale Gotik genannt. Typisch für die Plastik sind eine zunehmende Dreidimensionalität sowie anmutig und lieblich gestalteten Gesichter der Marienfiguren. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Ein Grund ist die Wahl Karls von Luxemburg zum römisch-deutschen Kaiser: Karl wächst am Hof des Louvre in Paris auf und ist hoch verfeinert. 1364 wird der äußerst polyglotte Luxemburger (er spricht französisch, italienisch, deutsch und tschechisch) zum römisch-deutschen Kaiser gewählt, Regierungssitz ist Prag. Die Hauptstadt Böhmens baut der Kaiser zum künstlerischen Zentrum Mitteleuropas aus. Auf den großen Handelsstraßen der West-Ost Achse reisen nun bedeutende Künstler nach Böhmen.

15. Jahrhundert

Die Goldene Straße

Weg des Reichs

Kaiser Karl IV verstärkt die Verbindung zwischen seinen böhmischen Stammlanden und der Heimat in Luxemburg. Dies gelingt ihm durch den Ausbau der sogenannten „Goldenen Straße“. Die Reichsstraße führte über die Reichsstädte Nürnberg und Frankfurt. Eine entscheidende Rolle spielten übrigens auch die steinernen Brücken (err. 1135 und 1276), die den Weg über die Donau respektive Main erlaubten. Kaufleute ziehen in die Städte, der kulturelle und künstlerische Austausch wird erleichtert.

1348

Wissensmetropole Prag

König Karl zieht die klugen Köpfe Europas nach Prag

Dank der Bulle von Papst Clemens VI. und dem Stiftungsbrief von Karl, König von Böhmen, kommt es zur Gründung der Karls-Universität in Prag, der ältesten Universität Mitteleuropas. Nach dem Vorbild der Pariser Universität war sie in vier Fakultäten unterteilt, darunter Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin und Philosophie.

Jederzeit

Der Bildtypus der Verkündigungs- Maria

Einer jungen Frau wird Großes verheißen

Der Evangelist Lukas berichtet, wie ein Engel Maria die Geburt ihres Sohnes ankündigt: „Sei gegrüßt, Begnadigte! Der Herr [ist] mit dir… Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm seinen Namen Jesus nennen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“ Maria mag sich bei dieser Verheißung gefürchtet haben vor dem, was sie erwartet und oft sieht man auf Gemälden oder Skulpturen, die diese Szene darstellen, dass die schöne, junge Maria diese Nachricht überrascht und auch ein wenig furchtsam aufnimmt, was man gut verstehen kann. Unsere Marienbüste war wohl einst eine Verkündigungsmadonna.

Um 1500

Isabella d´Este

Herrin des Musenhofes von Mantua

Wir ordnen die Marienbüste zeitlich um 1500 ein und glauben, dass sie in Mantua geschaffen wurde. Dort lebt zu dieser Zeit Isabella d´Este (1474-1539) die als Gattin von Gianfrancesco II. Gonzaga einen bedeutenden Musenhof unterhält. Die wichtigsten Künstler ihrer Zeit, vor allem Andrea Mantegna, schmücken die Residenz des Herrscherpaares mit ihren Arbeiten. Auch politisch ist die Markgräfin, die, gebildet, klug und schön dem weiblichen Idealtypus der Renaissance entspricht, äußerst begabt und von großem Einfluss.

Zeitlos

Die Gottesmutter und ihr Sohn

Größte Liebe - tiefster Schmerz

Die Pietà, auch Vesperbild genannt, ist die Darstellung Marias als Schmerzensmutter (Mater Dolorosa), die den Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Sohnes auf ihrem Schoß hält. Diese Bildtradition hat sich im Mittelalter herausgebildet, als es zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Leiden Christi am Kreuz und des Trauerns der Mutter um den Sohn kam. Durch die emotionale Nähe sollte eine größere Identifikation des Gläubigen mit dem Heilsgeschehen entstehen. Vesperbilder sind in den meisten katholischen Kirchen zu finden. Die Szene bildet die vorletzte Station der Kreuzwegandacht. Die Bezeichnung Vesperbild beruht auf der Vorstellung, dass Maria den Leichnam ihres Sohnes am Karfreitag ungefähr zur Zeit des Abendgebets, der liturgischen Vesper, entgegennahm.

1732

Johann Baptist Hagenauer

Ein glücklicher Künstler

Johann Baptist Hagenauer gehört zu den bedeutendsten Bildhauern seiner Zeit. Er kommt 1732 in Ainring bei Freilassing, das zum Fürstbistum Salzburg gehört, zur Welt. Sein künstlerisches Talent ist groß und findet Anerkennung: Der Salzburger Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach und sein Onkel Lorenz Hagenauer ermöglichen ihm ein Studium an der Wiener Hofakademie. Schrattenbach fördert auch eine Italienreise mit Studienaufenthalten in Rom und Florenz. Nach seiner Rückkehr ist ihm Fortuna, sowohl seine künstlerische Karriere als auch sein privates Glück betreffend, wohlgesonnen: Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach erhebt ihn 1761 in die Position des erzbischöflichen Galerieinspektors, 1764 heiratet er Maria Rosa Barducci. Die schöne Italienerin, aus einer Malerfamilie stammend und selbst künstlerisch tätig, ist Hagenauers liebstes Modell und Vorbild der Marienstatue am Salzburger Domplatz sowie zahlreicher weiterer Skulpturen.

1748

Maria Theresia von Habsburg

Eine mächtige Frau

Kaiser Karl VI. ändert die Erbfolge. Auch Königstöchter dürfen fortan in Ermangelung eines männlichen Thronfolgers im Habsburger Reich regieren. Nach seinem Tod tritt die älteste Tochter Maria Theresia die Nachfolge an. Allerdings wehren sich die Häuser Wittelsbach, Sachsen, Preußen und Frankreich gegen die Neuerung. Nach acht Jahren endet der Österreichische Erbfolgekrieg im Jahre 1748 jedoch mit einem Sieg für Maria Theresia, einer großen Bewunderin von Johann Baptist Hagenauers bildhauerischem Können, wovon auch das oben genannte Zitat ihrer Kaiserlichen Hoheit zeugt.

1378

1001 Nacht in Granada

Schön wie das Paradies

Unser Teller kommt aus der Kultur der Mauren, die mehrere Jahrhunderte lang über weite Teile der iberischen Halbinsel und Nordafrikas herrschten. Das maurische Emirat unter den Nasriden ist für seine architektonisch-künstlerischen Meisterleistungen bekannt. Zu diesem Herrschergeschlecht gehört Mohammed V. (1338 -1391), der 1378 in der Stadtburg von Granada, der „Alhambra“, den sogenannten Löwenhof mit einer umlaufenden Säulengalerie errichten läßt. Unter diesem Emir steigt Granada zum Zentrum der islamischen Kultur im Westen auf.

Mittelalter

Im Mittelmeer

Majolica ist eine Insel

Für die Spanier hieß die Insel Mallorca, aber die Italiener nannten sie im Mittelalter Majolica. Und so bezeichnete man in Italien auch die aus Spanien über Mallorca exportierte maurische Lüsterkeramik, die sich größter Beliebtheit erfreute. Als man in Italien die Technik der Zinnglasur und den darübergelegten Scharffeuerfarben zu beherrschen lernte, übertrug man den Namen der Exportware auf die heimischen Produkte.

12. Jahrhundert

Wissen im Mittelalter

Geistige „Köstlichkeiten“

Herrad von Hohenburg (1125/1130-1195), war Äbtissin im Kloster Hohenburg auf dem Odilienberg, Elsaß. Sie hat eine bedeutende Enzyklopädie geschrieben, den „Hortus Delicarum (Garten der Köstlichkeiten)“, der das theologische und weltliche Wissen des Hochmittelalters umfasst. Dort findet sich die älteste bekannte bildliche Darstellung der Mondsichelmadonna.

1400

1400 Geburt eines Genies

Der Erfinder des Buchdrucks

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (Mainz um 1400 – 1468), wird in Mainz geboren. Die von ihm entwickelte Druckerpresse und gleichzeitige Verwendung von beweglichen Lettern löst um 1450 die herkömmlichen arbeitsintensiven und zeitaufwendigen Methoden der Buchproduktion ab. Erstmals ist die maschinelle Massenproduktion von Büchern möglich. Die zwischen 1452 und 1454 entstandene „Gutenberg-Bibel“ gilt als Gutenbergs Hauptwerk. Eine weitere, ebenfalls im 15. Jahrhundert entwickelte Drucktechnik ist der Kupferstich. Dieser dient in erster Linie zur Verbreitung von Abbildern. Unsere Madonna ist eine Folge dieser Erfindung, geht sie doch auf einen Kupferstich des Meisters E.S. zurück.

1727

Francis van Bossuit

Die erste Künstlermonographie der Kunstgeschichte

Francis van Bossuit, der 1692 in Amsterdam stirbt, wird bereits 1727 vor Raphael, Michelangelo oder Bernini durch eine Künstlermonographie geehrt, sein Werk dadurch weitgehend gesichert. Auf Grundlage der Zeichnungen vieler Werke van Bossuits durch Barend Graat (1628-1700) hatte der Schwiegersohn des Bildhauers, Mattijs Pool (1676-1740), Kupferstiche angefertigt und diese unter dem Titel „Cabinet de l´Art de Sculpture par le Fameux Sculpteur Francis van Bossuit“ veröffentlicht. Die neuartige Publikation war sehr erfolgreich, da das Werk van Bossuits im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert in den Niederlanden hochgeschätzt war.

17. Jahrhundert

Kaiser Philipp IV.

Der „König der Welt“

Als Francis van Bossuit 1635 in Brüssel geboren wird, regiert Philipp IV., genannt „Der Große“ oder „König der Welt“ über die Burgundischen Niederlande. Er gilt als der letzte spanische Herrscher, der eine Großmachtpolitik ausübt. Philipp IV. dilettiert als Maler und Dichter, ist Förderer der Künste und ernennt Diego Velazquez als Hofmaler. Dieser hat den Monarchen oft portraitiert.

Das Weiße Gold

Das Weiße Gold

Die geringen Vorkommen und die gefährlichen, langen Transportwege machen Elfenbein zu einem äußerst kostbaren Material; es besitzt eine ähnliche Wertschätzung wie Gold. Elfenbein ist bis ins späte 18. Jahrhundert ein Werkstoff für sakrale und profane Kunstobjekte höchster Qualität. Erst durch die Kolonialisierung des afrikanischen und des indischen Kontinents sowie die Vereinfachung der Jagd ändert sich dieser Zustand. Ende des 19. Jahrhunderts gelangen jährlich über 800 Tonnen Elfenbein nach Europa, das Material wird inflationär eingesetzt und der Elefant zu einem in seiner Existenz bedrohten Tier.

1633

Die Welt im Chaos

Geburt in Konstanz

1633, mitten im Dreißigjährigen Krieg, erblickt Christoph Daniel Schenck in Konstanz das Licht der Welt. Im selben Jahr wird die Stadt vergeblich von den schwedischen Truppen belagert. Konstanz bleibt verschont, ein Glück für den zukünftigen Künstler.

1643

L´Etat c´est moi

Ludwig XIV wird König Frankreichs

Während in der Heimat von Christoph Daniel Schenck der Dreißigjährige Krieg wütet, besteigt Ludwig XIV. mit nur vier Jahren den französischen Thron. Unter ihm baute Frankreich seine Großmachtstellung in Europa aus. Der „Sonnenkönig“ förderte Künste und Wissenschaften. Die französische Hofkultur erstrahlte über ihre Landesgrenzen hinaus und war im Zeitalter des Barock Vorbild für alle Fürstenhöfe.

1960

Eltern und Kind

Eltern und Kind

Der französische Soziologe Philippe Ariès vertritt in seinem 1960 erschienenen bahnbrechenden Werk „Geschichte der Kindheit“ die These, dass ein zwischen Eltern und Kindern bestehender liebevoller Umgang keineswegs angeboren, sondern Ergebnis einer „Gefühlskultur“ ist, die sich erst im 16. und 17. Jahrhundert herausgebildet hat. Ariès zieht hierzu auch Darstellungen in der bildenden Kunst heran und zeigt einen Wandel auf. Die so anrührende Darstellung von Joseph und Jesuskind passt zeitlich genau und belegt Ariès` Behauptung eindrucksvoll.

Um 1500

Pietro Bembo

Ein großer Kunstsammler

Der berühmte humanistische Gelehrte und Kardinal Pietro Bembo (Venedig 1470 – 1547 Rom) lebte ebenfalls einige Jahre in Padua. In seiner Residenz befanden sich kostbare Kunstwerke, Antiquitäten, Bücher und Handschriften. Das prächtige Tintenzeug, ein Prestigeobjekt seiner Zeit und dazu äußerst funktional, könnte seinen Schreibtisch geziert haben.

1529

Taktischer Friedensschluss

Gefahr durch Sultan Suleyman

Die Zeiten, in denen das Tintenzeug einen Sammler erfreut, sind politisch äußerst instabil: Kaiser Karl schließt mit dem französischen König Ludwig XII. und Papst Clemens VII. in Cambrai einen Friedensvertrag, der die Italienischen Kriege (1494-1559), unter denen so viele Menschen leiden, unterbricht Der Grund: Sultan Süleyman der Prächtige belagert mit seinen Truppen Wien, die Hauptstadt der Habsburgischen Erblande. Das christliche Abendland ist bedroht.

1543

Nikolaus Kopernikus

Das heliozentrische Weltbild

1543, im Todesjahr von Severo Calzetta da Ravenna, veröffentlicht Nikolaus Kopernikus seine Theorie vom heliozentrischen Weltbild. Das heliozentrische Weltbild basiert auf der Annahme, dass sich die Planeten um die Sonne bewegen. Es steht im Gegensatz zum geozentrischen Weltbild, in dem die Erde Zentrum des Universums ist. Die Lehre vom heliozentrischen Weltbild stößt bei seiner Veröffentlichung auf große Ablehnung sowohl von Katholiken als auch Protestanten.

467 v.Chr.

Tragödien- dichter in Athen

Satyrspiel

Pratina von Phleius (Pratinas, gest. wohl 467 v. Chr.), einer der frühen Tragödiendichter Athens, gilt als Begründer des Satyrspieles. Es ist eine Art Komödie, in der märchenhafte und sinnliche Themen die Handlung bestimmen. Satyrn, mythologische Figuren, halb Mensch, halb Tier, die sich um den Gott Dionysos scharen, stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Das beliebte Satyrspiel stand im Gegensatz zur Tragödie und diente der Erheiterung und Zerstreuung der Bürger von Athen. Der Satyr begleitete die Griechen der Antike auch im Alltag: Davon zeugt der Aulos (Blasinstrument) spielende Satyr, den der attische Vasenmaler Epiktetos (520–500 v. Chr.) als Motiv wählte.

Jederzeit

Bronze

Künstlerischer Werkstoff

Bereits in der Antike diente Bronze als künstlerisches Medium. Dabei handelt es sich um eine Legierung aus Kupfer und Zinn, die in eine Form gegossen wird. Nach dem Abkühlprozess glättet der Künstler die Oberfläche und bearbeitet diese weiter. Haltbarkeit, Schönheit der Patina und hohe Wertigkeit des Metalls sind einige Gründe für seine Beliebtheit. Leider ist die „Recycelbarkeit des Materials ein großer Nachteil: Aus vielen wunderschönen Bronzen wurden in Kriegszeiten Kanonen gegossen. Andere schmolz man ein, um mit dem Material neue Figuren zu gießen.

1453

Antikes Griechenland

Verloren im Lauf der Geschichte

Die Kunst des antiken Griechenlandes war der Renaissance ein großes Vorbild, politisch hatten Attika und die Inseln der Ägäis zu dieser Zeit jedoch die Seiten wechseln müssen: Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen gehörten weite Teile des griechischen Sprachraums nun zum Reich des Sultans. Auch die Seemacht Venedig vermochte den Eroberern wenig entgegenzusetzen und verlor nach und nach seine Vormachtstellung im Mittelmeerraum

1500-1850

Klimawandel in Europa

Schönheiten des Winters

Die Kleine Eiszeit (1500–1850) erreichte in der Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Künstler wie Francesco Foschi waren von den Schönheiten des Winters so gefangen, dass sie diese in pittoresken Landschaftsgemälden festhielten. Vielleicht fühlte sich auch Johann Christoph Ludwig Lücke von den Schönheiten des Winters inspiriert.

1749

Schloss Frederiksborg

Der König wird gesalbt

1746 wurde Frederik V. in der Kapelle von Schloss Frederiksborg zum König von Dänemark und Norwegen gesalbt. Entlang der Galerie sind heute noch die Wappenschilder der Träger des Dannebrogordens zu sehen.

Um 1750

Grenzen des Königreichs

Dänemark und Norwegen

Die Ausdehnung des dänischen Königreiches um 1750 war wesentlich größer als heute, beinhaltete es doch seit 1380 auch das Königreich Norwegen. Nach den Napoleonischen Kriegen musste Dänemark 1814 im Kieler Frieden Norwegen an den schwedischen König abgeben.