SEVERO CALZETTA DA RAVENNA, zUGESCHR.

TÄTIG IN NORDITALIEN UM 1496 – 1543

KNIENDER SATYR; BRONZE, H. 20,5 CM, ERSTES DRITTEL / 16. Jh.

Der kniende Satyr geht vermutlich auf antike Vorbilder zurück und war im 16. Jahrhundert eines der meist verbreiteten Motive. Mit der linken Hand berührte der Satyr wohl ein nicht mehr vorhandenes Tintenfass und in der erhobenen Rechten trug er eine Öllampe. Mit leicht geöffnetem Mund blickt der Satyr erstaunt zur Flamme auf. Die Komposition wurde im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts von Severo Calzetta da Ravenna in Padua geschaffen und durch seine Werkstatt in zahlreichen Varianten verbreitet.
Der Satyr ist das Enfant terrible in der Kunst, als Mischwesen zwischen Mensch und Ziegenbock steht er für triebhaften Genuß, ist Wein und Musik zugeneigt. Oft stellt er schönen Nymphen nach, darf sich ausschweifenden Genüssen hingeben. Zu erkennen ist der Satyr an seinen Bocksfüßen, der starken Behaarung und den langen, spitzen Ohren. In Theaterspielen im antiken Griechenland kritisierten die Satyrn respektlos Götter und Helden, woraus sich übrigens das Wort „Satyre“ ableitet.